07.
Juni
2026
11 Uhr
BITTER SWEET
Die Gruppenausstellung BITTER SWEET verhandelt den menschlichen Körper als Spannungsfeld zwischen Sinnlichkeit und gesellschaftlicher Zuschreibung. Mit sommerlicher Leichtigkeit und einer farbintensiven, teils spielerischen Bildsprache entfaltet sich ein vielschichtiges Wechselspiel aus Anziehung und Irritation. Zwischen Haut und Oberfläche, Intimität und Projektion erscheint der Körper als fragile, wandelbare Grenze. Fotografie und Malerei sowie Schmuck und Wandobjekte der Künstler*innen Nanna Grønborg, Laura Lacrampe, Luca Nenning, Karla Marchesi und Julia Walk greifen ineinander und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Körper, Identität und Wahrnehmung. Organische Formen, leuchtende Farben und sinnliche Materialien stehen dabei in einem spannungsvollen Verhältnis zu Fragen von Norm, Blick und Objektifizierung. So entsteht ein Ausstellungsraum, der zugleich leicht und zugänglich wirkt und doch von einer leisen Irritation durchzogen ist. Ein bittersüßes Erleben, das dazu einlädt, den eigenen Blick auf den Körper zu hinterfragen.
Vernissage: 07. Juni 2026 um 11 Uhr, geöffnet bis 16 Uhr
Öffnungszeiten: Freitag und Samstag, 14 bis 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 07. Juni bis 11. Juli 2026
Die Künstler*innen
Nanna Grønborg

Laura Lacrampe
Nanna Grønborg ( *1966 in Dänemark) studierte an der Birmingham City University bei Prof. Jivan Astfalck und schloss Ihr Studium mit dem Masterabschluss in „Jewellery, Silversmithing and Related Products“ mit dem Schwerpunkt Art Jewellery ab.
Ihre künstlerische Arbeit bezieht sich sowohl im Schmuck als auch in der Skulptur auf den Körper und die Sinne. Besonders das Sehen und die daraus folgende Imagination ist ihr wichtig.
In Ihrer Kunst erforscht sie die tiefgreifende Wirkung visueller Reize auf den menschlichen Körper und taucht ein in die komplexe Beziehung zwischen dem, was wir sehen, und wie unser Körper und auch der Geist reagiert. Inspiriert von wissenschaftlichen Erkenntnissen über die neurologischen und physiologischen Auswirkungen visueller Eindrücke, zielt Ihre Arbeit darauf ab, viszerale Reaktionen und emotionale Antworten durch die Manipulation von Farbe, Form und Komposition hervorzurufen. Indem sie die Sinne des Betrachters auf einer tiefen und auch mal primitiven Ebene anspreche, strebt sie danach, ein immersives Erlebnis zu schaffen, das über den visuellen Bereich hinausgeht und im Kern unseres Seins widerhallt, um zur Betrachtung der Verflechtung von Wahrnehmung, Emotion und Körperlichkeit einzuladen. Ihre Werke waren bereits in zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt in Galerien und Museen zu sehen. Sie ist seit 2013 auch kuratorisch tätig.
Weitere Informationen und Bildmaterial unter www.nanna-gronborg.com und www.klimt02.net/de/jewellers/nanna-gronborg oder @nannagronborg oder die-ecke.de/mitglieder/nanna-gronborg/

Laura Lacrampe (*1995) lebt und arbeitet in Augsburg. Sie studierte von 2016 bis 2022 Kunstpädagogik an der Universität Augsburg mit den Schwerpunkten analoge Fotografie und Druckgrafik. Ihre fotografische Praxis bewegt sich konsequent im analogen Prozess und widmet sich überwiegend dem menschlichen Körper. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Schönheit des Körpers und der Haut – jener fragile Übergang zwischen Innen und Außen, der schützt, erinnert und berührt. Licht, Farbe und Materialität verleihen den Fotografien eine stille körperliche Präsenz, in der Nähe und Distanz, Verletzlichkeit und Sinnlichkeit ineinander übergehen. Die Körper lösen sich von einem konkreten Individuum. Die Reduktion lässt eine besondere Form von Intimität zu. In der Verbindung von Fragilität und Kraft entsteht eine stille Präsenz, die den Arbeiten ihre Intensität verleiht. Ihre Werke wurden deutschlandweit in Kunstvereinen und Galerien ausgestellt. 2023 gewann Laura Lacrampe mit ihrer Fotografie „excitant? 1“ den Kunstpreis der Künstlervereinigung „Die Ecke“. Seit 2022 doziert sie analoge Fotografie an der Universität Augsburg und 2025 gründete sie das Kollektiv „studio posse“.
Weitere Informationen und Bildmaterial auf Instagram @lauralacrampe
Luca Nenning

Luca Nenning (*1998 in Oberstdorf, lebt in Augsburg) verbindet in seiner Malerei persönliche Fragestellungen mit gesellschaftlichen Perspektiven. Aus einer queeren Bildpraxis heraus entstehen atmosphärische Arbeiten, die Identität nicht festschreiben, sondern als offenen Prozess zeigen. Seine Werke eröffnen Räume, in denen Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Selbstverortung neu verhandelt werden. Zu seinen wichtigsten Stationen zählen Einzelausstellungen wie Spectrum in der Holy Art Gallery in London (2024) sowie Präsentationen in Augsburg und Vorarlberg. Zudem war er an zahlreichen Gruppenausstellungen beteiligt, u. a. in der Galerie Stömung, der Galerie Oberstdorf, im GZI Immenstadt sowie in Projekträumen und Ausstellungskontexten der Universität Augsburg. Ein besonderer Schwerpunkt seiner bisherigen Ausstellungstätigkeit liegt auf kollaborativen und kuratierten Nachwuchsformaten, in denen er kontinuierlich präsent ist.
Weitere Informationen und Bildmaterial unter www.lucanenning.de oder auf Instagram @luca.nenning
Karla Marchesi

Karla Marchesi (geb. 1984, Australien) lebt und arbeitet in Berlin. Sie absolvierte ihren Bachelor of Fine Art (2004) sowie ihren Honours-Abschluss in Bildender Kunst (2007) am Queensland College of Art der Griffith University in Brisbane. Ihre künstlerische Praxis setzt sich mittels komplexer, hypernaturalistischer Stilllebenmalerei mit zeitgenössischen sozialen und kulturellen Ängsten auseinander. Marchesi ist vor allem bekannt für ihre zeitgenössischen, maximalistischen Neuinterpretationen der „Unmöglichen Blumensträuße“ (Impossible Bouquets) des 17. Jahrhunderts. Unter Rückgriff auf autobiografische Elemente, tragikomischen Humor und ideologische Kritik verwandelt sie die Gattung des Stilllebens in eine Bühne für persönliche wie politische Reflexionen. In diesen Arbeiten fungieren Exzess, Zusammenbruch und Regeneration als Metaphern für jene kulturellen und privaten Welten, die wir im Kontext des Spätkapitalismus und Anthropozentrismus – sei es unter dessen Bedingungen oder in Widerstand gegen ihn – errichten. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und sind in öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das Museum of Brisbane, Swiss Re, diverse Kunstsammlungen australischer Universitäten sowie regionale Galerien.
Weitere Informationen finden Sie unter www.karlamarchesi.com oder auf Instagram @karlamarchesi
Julia Walk

Julia Walk (*1992 in Marktoberdorf, lebt und arbeitet in München) legte ihr Diplom 2022 als Meisterschülerin von Professor Peter Kogler an der Akademie der Bildenden Künste München mit Auszeichnung ab. Sie arbeitet multimedial an der Schnittstelle von Körper, Gender und Popkultur. Ihre farbintensiven, bewusst artifiziellen Arbeiten verbinden körperlich-organische Formen mit einer glatten, fast künstlichen Oberfläche. Mit Humor und Klarheit hinterfragt sie gesellschaftliche Normen und öffnet einen zugänglichen Raum für feministisch geprägte Diskurse und Austausch. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, darunter in der Galerie Britta Rettberg, im Espace Louis Vuitton sowie im Österreichischen Skulpturenpark. Weitere Präsentationen erfolgten unter anderem in der Villa Stuck in München, auf der Positions Art Fair in Berlin sowie in Institutionen wie der Artothek und PLATFORM München.
Weitere Informationen und Bildmaterial unter www.juliawalk.com oder auf Instagram @julia_walk
Foto: Sophie Wanninger
Rückblick
Die Eröffnungsausstellung "GROUNDBREAKING" (dt.: bahnbrechend) soll die Bestrebungen der Galerie visualisieren. Umbrüche und Aufbrüche sind in der Geschichte eng mit den Visionen kreativer Menschen verbunden. Ohne sie würde es keinen Fortschritt geben. Gleichzeitig soll die Vergangenheit nicht untergraben werden, denn sie ist Teil unserer kulturellen Identität und des Fortschritts. Anhand des Erlebten können wir erst ein Umdenken und ein Ausbrechen aus dem Gewohnten anstreben. Dies spiegelt sich nicht nur in den über 100 Jahre alten Räumlichkeiten der Galerie wider, wo nicht nur die Spuren der Vergangenheit sichtbar geblieben sind, sondern auch in den ausgestellten Werken der Künstler*innen selbst. Maria Justus, Judith Kaminski, Thomas Kitzinger, Martin Bruno Schmid und Bernd Schwarting setzen klassische Formensprache und kunsthistorische Bezüge in einen modernen, zeitgenössischen Kontext und veranschaulichen eingängig das Ausbrechen an sich sowie Zerbrechlichkeit, Ängste, aber auch Stärke, Mut und das über sich Hinauswachsen.
26. April bis 30. Mai 2026









